Oder auch: „Wir habn` noch lange nicht genug“ (Böhse Onkelz)
02 Oktober 2021

Es geht wieder mal Richtung Ukraine, diese Tour mussten wir letztes Jahr Corona bedingt verschieben aber heute sitze ich nun endlich im Zug nach Frankfurt Flughafen.

Aber das Thema Deutsche Bahn ist eine Welt für sich, der Regionalexpress nach Duisburg hatte schon 5 Minuten Verspätung so das ich in Duisburg einen Sprint hinlegen musste um den ICE nach Frankfurt zu bekommen.

Aber jetzt sitze ich im ICE der gerade mit 270 Km/h durch die Gegend rauscht. Auch mein ständiger Begleiter Woody ist mit von der Partie.

Am Flughafen treffe ich dann meine anderen 4 Mitstreiter und um kurz vor 10 Uhr geht es dann Richtung Kiew.
Leider hat unser Flieger wegen technischer Probleme gut 1 Stunde Verspätung und wir starten erst gegen 11:15 Richtung Osten.

In Kiew haben wir dann denn Rest des Tages für uns bevor es dann am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr Richtung Norden in die Sperrzone rund um Tschernobyl geht.

Dieses Mal ist es eine private Tour und wir konnten im Vorfeld Wünsche äußern was wir sehen wollen.

Endlich angekommen brauchen wir noch gut 30 Minuten bis wir die Einreisekontrolle hinter uns gebracht haben, draußen wartet schon der vorbestellte Taxifahrer mit dem schwarzen Mercedes Vito im Business Style mit getönten Scheiben und Lederausstattung auf uns. Ich hatte von zu Hause aus einfach nur ein Taxi für 5 Personen samt Gepäck bestellt aber mit dem Luxus hätte ich nicht gerechnet. Der Spass hat kostete dann ca. 90€ für beide Touren aber der Luxus war es wert, auch wenn der Oli im Vorfeld etwas nörgelte wegen des Preises. (Flughafen zum Hotel und am Abreisetag dann eben vom Hotel zum Flughafen).
Nach dem Check-In im Hotel ein bisschen frisch machen und dann am Samstagnachmittag und Abend waren wir noch gemeinsam in Kiew unterwegs, weil Thorsten uns einige schöne Plätze zeigen wollte was sich auch wirklich gelohnt hat, unter anderem sind wir mit der U-Bahn gefahren

Der U-Bahnhof Arsenalna (ukrainisch Арсенальна (станція метро)/ Arsenalna (stanzija metro) ist mit 105,5 Metern unter Grund die tiefst gelegene U-Bahn Station der Welt.

Ein U-Bahn Ticket kostet 8 Griwna das sind umgerechnet nicht mal 30 Cent. Von der U-Bahn aus ging es dann zum Felsenkloster und zur Mutter Heimat Statue, welche die größte Frauenskulptur der Welt ist noch größer als die Freiheitsstatue in New York.

Sonntag 03 Oktober 2021

Kurz vor 8 Uhr treffen wir unseren Tourguide Andriy vor dem Hotel der auch deutsch spricht was sich sehr als Vorteil herausstellt.
Dann geht wieder mit einem Mercedes Vito (dieses Mal aber in Silber) in Richtung Tschernobyl, diese Fahrt dauert gut 1,5 bis 2 Stunden bis zum Checkpoint der 30 Km Zone rund um Tschernobyl.

Dort werden noch einmal unsere Personalien kontrolliert und wir bekommen unser „Ticket“ für die Sperrzone wie auch ein Dosimeter.

Zuerst besuchen wir eine russisch-orthodoxe Kirche in der Stadt Tschernobyl die wunderbar erhalten ist und auch noch genutzt wird und einige verlassene Dörfer in der 30 Km Sperrzone.

Montag 04.Oktober 2021
Wie von uns gewünscht besuchen wir Kühlturm Nr. 5, die Fischfarm und dann geht es weiter nach Prypjat, die Geisterstadt nördlich vom Kraftwerk wo vor der Katastrophe ca. 50.000 Menschen lebten.

Die Stadt hat so viele Spots zu das es eigentlich nicht möglich diese alle an einem Tag zu schaffen also

beschränken wir uns auf das wesentliche.

Weil die Gebäude mittlerweile einsturzgefährdet sind bzw. schon teilweise eingestürzt sind dürfen sie nicht mehr betreten werden. Die Tourguides tragen alle einen GPS-Logger damit Sie von den Behörden geortet werden können ob diese Vorgabe auch eingehalten wird. Ich kann euch nicht sagen mit welchen Folgen die Guides dann zu rechnen haben, wenn sie gegen diese Vorschrift verstoßen.

Einige Gebäude die zu den Highlights gehören sind im Gegensatz zu 2019 mittlerweile kameraüberwacht was die Sache auch nicht leichter macht. Ich denke da z.B. an das Schwimmbad oder das Krankenhaus mit Säuglingsstation und der Pathologie.

Egal, wir haben alles mitgenommen was Andriy uns zeigen wollte zumal wir 2 Leute dabei hatten die noch nicht dort waren.

Dienstag 05.Oktober 2021
Heute steht als absolutes Highlight der Tour die Besichtigung des AKWs Tschernobyl auf dem Plan. Nach einem schier endlos scheinenden Formalitäten und Anmelde Prozess werden wir alle von einer netten aber energischen Dame 🙂 in sehr kleidsames Weisszeug verpackt und die Besichtigung mit dem Kraftwerksführer Pawel kann losgehen. Am Ende ger Gruppe folgt uns noch eine Angestellte des Kraftwerks sehr aufmerksam und achtet darauf das keiner verloren geht oder irgendwo hingeht wo er nicht hin soll oder darf.

Nach der Besichtung des Kraftwerks geht es in dessen Kantine zum Mittagessen und von dort aus zum Duga Radar, auch bekannt unter dem Namen Tschernobyl II (2)
Hier gehts zum ganzen Bericht über die Duga Anlage

Mittwoch 06.Oktober 2021
Am letzten Tag unserer Tour ging es nochmal gut 2 Stunden in die „Walachei“ bis fast an die Grenze zu Belarus (Weißrussland)
Ehrlich gesagt hatte ich mehr Bammel vor den Truppen von Präsident Lukaschenko als vor allem anderen den es waren nur noch gut 750 Meter Luftlinie bis nach Belarus.
Dort haben wir einige Dörfer und eine wunderschön erhaltene Kirche besucht.
Selten besucht und nur durch eine private Tour zugänglich (oder wenn man sich illegal in der Zone befindet). Das Kircheninnere ist in einem guten Zustand, weil es instand gehalten wird und hier am Jahrestag der Katastrophe Gottesdienste stattfinden. Es gibt mehrere andere kleine Dörfer in der Nähe zu erkunden und wenn manbereits die Hauptgebiete in Pripyat besucht hat, würde ich eine private Tour in dieses Gebiet wärmstens empfehlen.

Ebenso eine Kolchose wo noch jede Menge landwirtschaftliche Maschinen,ebenfalls das Dörfchen Krasne in dem laut unseren Guide Andriy wurde in dem der Vater des Kremel Kritikers Alexei Nawalny geboren wurde.

Zum Abschluss möchte ich euch das Video zur Tour nicht vorenthalten, lasst mir einen Kommentar oder Daumen hoch da wenn es euch gefallen hat.

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